Unterwegs in Namibia angetroffen

«Ich möchte etwas tun für mein Land»

Melvin Hendricks hat noch viel vor: er möchte die Sicherheit in Namibia noch weiter erhöhen. Der Wunsch entstand, als er als Achtjähriger einen schweren Autounfall überlebte. Doch von leeren Worten hält der 21-Jährige nichts; er packt lieber an. «Wenn du etwas verändern willst, dann musst du selber den ersten Schritt machen» habe sein Onkel immer gesagt. Und daran hält er sich.

Nach der Grundschule will Melvin Arbeitssicherheit studieren, doch seine Familie kann sich das Studium nicht leisten. «Also musste ich einen anderen Weg einschlagen. Ich ging und suchte mir Arbeit» erzählt der junge Mann zielstrebig. Kein einfaches Unterfangen in einem Land mit einer Arbeitslosenquote von 25%. Doch sein Eifer wird belohnt; er findet einen Job als Rezeptionist in der Twyfelfontein Country Lodge im Damaraland. Dort arbeitet er seit Juli 2017, zwölf Achtstunden-Arbeitstage am Stück. Die darauffolgenden drei freien Tage verbringt er jeweils auf dem Bauernhof seiner Familie.

Den Job möge er sehr, denn so komme er mit vielen Menschen in Kontakt und lerne jeden Tag etwas Neues. Doch seine Ambitionen sind weitaus grösser und seinen Weg sieht er sehr klar vor sich. «Ich möchte in dieser Lodge ein Sicherheitsteam aufbauen und damit die Basis legen für die Zukunft. Ich gehe hier erst, wenn ich etwas verändern konnte. Ich habe noch viel vor» meint der junge Mann bestimmt und dennoch mit einem schüchternen Lächeln.

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«Ich bin eine reiche Frau, denn mein Herz ist voller Dankbarkeit»

Maria summt leise vor sich hin, während sie auf der Veranda der luxuriösen Kulala Desert Lodge gläserne, mit rot leuchtendem Namib-Wüstensand gefüllte Solarlichter auf den Tischen verteilt. «Musik ist mir sehr wichtig», erklärt die 34-jährige, die in ihrer Freizeit in einem Kirchenchor sing. «Durch sie kann ich meine Dankbarkeit ausdrücken.»

Die junge Frau, die bei ihren Grosseltern aufgewachsen ist, kommt aus einfachen Verhältnissen. Ein Studium zur Krankenpflegerin liessen die finanziellen Mittel der Familie nicht zu. So arbeitete Maria einige Jahre als Babysitter und Verkäuferin. 2008 fand sie eine Anstellung in der Kulala Desert Lodge, wo sie zuerst als Küchenhilfe, Wäschefrau und später als Mitarbeiterin im Housekeeping tätig war. Doch ihr Fleiss und ihre positive Einstellung blieben nicht unbemerkt, und so gab Wilderness Safaris, das Unternehmen, dem auch die Kulala Lodge angehört, Maria die Möglichkeit, sich mit internen Schulungen zur Kellerin auszubilden. «Ich habe schon immer gerne Neues gelernt» meint die junge Frau strahlend. Seit Juli 2017 leitet sie das 8-köpfige Service-Team der Kulala Desert Lodge.

Mit ihrem Lohn versorgt sie sowohl ihre Mutter wie auch ihre eine Schwester und ihre beiden Kinder (10- und 2-jährig), welche alle im selben Haushalt wohnen. «Ich vergleiche mich nicht mit anderen. Ich bin dankbar dafür, was ich erreichen durfte» meint sie mit einem Lächeln und verabschiedet sich. Noch von weitem höre ich sie in der Küche der Lodge singen.

Text: Birgit Ohlin

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